Damit ältere Personen möglichst lange selbstständig bleiben, müssen ihnen die Mittel an die Hand gegeben werden, ihre alltäglichen Tätigkeiten weiterhin auszuüben, und dies auch ausser Haus. Da diese Personen meist zu Fuss unterwegs sind, muss der öffentliche Raum ihren Mobilitätsbedürfnissen gerecht werden: breite, abgeflachte Bürgersteige, ´gut beleuchtete Fussgängerüberwege mit ausreichend langen Ampelphasen, in regelmässigen Abständen aufgestellte Bänke, um nur einige notwenige Einrichtungen zur Unterstützung älterer Fussgänger zu nennen.
Diese Verbesserungen der Qualität des öffentlichen Raums kommen im Übrigen nicht nur Senioren zugute, sondern nützen tatsächlich allen Fussgängern!
Im Rahmen des von der Generaldirektion für Gesundheit des Département de l’économie et de la santé de Genève (DES) 2004 initiierten Projekts «Lebenswerte Stadt» hat sich equiterre zwei Ziele gesetzt: Einerseits sollen sich die städtischen Planungsdienste der Hindernisse für ältere Menschen auf öffentlichen Wegen bewusst werden, andererseits sollen die Senioren ermutigt werden, zu Fuss zu gehen, und das in höherer Sicherheit.
Dabei stützt sich dieses Projekt auf die Zusammenarbeit der beiden Genfer Gemeinden Grand-Saconnex und Onex, die daran interessiert sind, dass ihr Gebiet für ältere Personen besser zugänglich ist. Künftig könnten sich auch andere Gemeinden anschliessen.
Im Laufe des Verfahrens hat equiterre der Meinung der Senioren als unmittelbar Betroffene einen hohen Stellenwert eingeräumt. Insbesondere wurde den öffentlichen Ruhebänken grosse Aufmerksamkeit gewidmet, da diese für die Gesunderhaltung der Senioren zwei besonders wichtige Funktionen ausüben: Sie dienen sowohl als Sitzplatz für eine kurze Rast unterwegs als auch als Treffpunkt für ältere Menschen. Das Angebot anderer Infrastrukturen – öffentliche Toiletten und Verkehrsmittel – die ebenfalls eine entscheidende Rolle für die Mobilität der Senioren spielen, nahm in den Befragungen der Zielgruppe eine zentrale Stelle ein.
Vorgehensweise für die Basisarbeit in den beiden Gemeinden:
- Bestandsaufnahme: Nach einer ersten Besichtigung des Geländes fanden Gespräche mit Senioren und Fachleuten der Gemeinde statt, um die Qualität des öffentlichen Raums im Hinblick auf die Mobilität der Fussgänger festzustellen.
- Sensibilisierung für den Nutzen körperlicher Bewegung: Ergänzend wurden Massnahmen zur Sensibilisierung von Senioren für die körperliche Bewegung durchgeführt, um zu einem gesundheitsbewussten Verhalten anzuregen.
- Vorschläge zur Städteplanung: Ein Bericht mit Vorschlägen zur Städteplanung, die die Bewegungsautonomie der Senioren fördern, wurde den Gemeindebehörden in Form von praktischen Informationen vorgelegt (zwei Beispiele können nachstehend heruntergeladen werden) Die Ergebnisse wurden auch den befragten Personen mitgeteilt.
- Umsetzung der vorgeschlagenen Pläne: Die gesamten oder ein Teil der den kommunalen Behörden vorgeschlagenen Einrichtungen werden von der Gemeinde umgesetzt.
Erfahrungen in Form eines Leitfadens umgesetzt:
- 2007 erstellte equiterre einen Leitfaden für Gemeinden und Fachleute für Städteplanung über den allgemein zugänglichen öffentlichen Raum. (Weitere Informationen zu diesem Projekt: hier klicken)
Falls Sie ein solches Projekt in Ihrer Gemeinde verwirklichen möchten, nehmen Sie bitte mit Basile Barbey (siehe unten) Kontakt auf.
Weitere Informationen:
Ansprechperson:
- Basile Barbey, barbey(at)equiterre.ch, +41(0)22 / 329 99 29
Infomaterial:
- Pressemitteilung vom 2. Mai 2007
- Pressekonferenz: Power-Point-Präsentation
- Datei Neue Bank (Beispieldatei mit einem Vorschlag für einen neuen Standort für eine Bank entsprechend den bei den partizipativen Sitzungen von Senioren geäusserten Bedürfnissen)
- Datei Hindernis (im Rahmen des Projekts erstellte Beispieldatei, in der die Gemeinde auf vorhandene Bodenunebenheiten aufmerksam gemacht wird, die ein mögliches Hindernis für Senioren darstellen können)
- Broschüre mit Vorstellung des Projekts
- Plakat «Lebenswerte Stadt»
- Vorstellung der «Stehbänke» (Illustration der Einrichtung der «Stehbänke» in Grand-Saconnex)
- Rubrik «Ressourcen > Nachhaltige Raumentwicklung und Stadtplanung» auf unserer Webseite
- equiterre info Nr. 01/08 «Wenn Nachhaltigkeit auf die Strasse geht»
- Weitere Informationen über den Leitfaden «Öffentlicher Raum zugänglich für alle – Leitfaden für eine kohärente Raumgestaltung» finden Sie hier
- Siehe Webseite www.mobilitepourtous.ch