Die Stadt von morgen muss kompakter sein und räumlich verdichtet werden. Auch die Natur muss diesem Prinzip folgen und in allen verfügbaren Winkeln der Stadt ihre Wurzeln schlagen. In jeder Stadt gibt es brachliegende Flächen, die nicht genutzt werden und keinen eindeutigen Zweck erfüllen. Die verwahrlosten Baulücken verunsichern, schaden dem Bild der Stadt und demjenigen ihrer Bewohner. Für equiterre sind Quartiergärten eine Möglichkeit, solche Orte wiederzubeleben.
Eine Bank, ein Baum... Mitunter braucht es nicht mehr, um die Lebensqualität der Stadtbewohner zu verbessern. Um so mehr, da laut der von equiterre 2003 durchgeführten partizipativen Prozesse grosse Nachfrage nach solchen Lösungen besteht. Mit Unterstützung des Fonds Landschaft Schweiz (FLS) und der Loterie Romande konnte equiterre bereits 2007 zwei Quartiergärten in Genf anlegen. Ein dritter entsteht gegenwärtig in Yverdon.
Aber was sind eigentlich Quartiergärten? Allen voran:
- Ein grünes, ansprechendes Fleckchen Erde, das für alle zugänglich auf einer ungenutzten städtischen Brachfläche entstanden ist
- Eine Anlage, die eine verwahrloste Fläche wieder zum Leben erweckt
- Die Rückeroberung des städtischen Grau durch die Natur
- Ein Ort der Begegnung zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts
- Ein Ort, welcher auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität gerecht wird
- Ein Projekt zur Verbesserung der städtischen Lebensqualität, das gleichzeitig der Zersiedelung entgegenwirkt
Partnergemeinden mit dem Wunsch, einen Quartiergarten anzulegen, müssen sich zur Befolgung einer Charta mit Nachhaltigkeitskriterien verpflichten:
- Partizipation: Durch einen partizipativen Prozess müssen die unmittelbar vom Projekt betroffenen Personen ihre Wünsche und Erwartungen einbringen können.
- Zugänglichkeit für Personen mit eingeschränkter Mobilität (PEM) : Der Garten muss so gestaltet sein, dass ihn auch PEM und/oder stärker gefährdete Personen nutzen können. Hindernisse müssen beseitigt und geeignete Einrichtungsgegenständen verwendet werden.
- Materialien: Für die Gestaltung des Gartens müssen recycelte, zertifizierte und/oder lokale Materialien verwendet werden (Zäune, Bänke, Tische, Blumenkübel usw.). Alle Materialien müssen leicht wiederverwertbar sein.
- Pflanzenarten: Es müssen einheimische, der Umgebung angepasste und nicht invasive Pflanzenarten gewählt werden. Es gilt, den Artenreichtum zu fördern und den Garten mit umweltverträglichen Produkten zu pflegen.
- Beläge: Es müssen durchlässige Beläge verwendet werden, damit das Regenwasser versickern kann.
- Beleuchtung: Die Beleuchtung muss angemessen und energieeffizient sein.
equiterre hat einen Quartiergarten in Genf geschaffen und ein weiterer wird nun in Yverdon-les-Bains entstehen.
Das Projekt von Yverdon
Seit November 2009 entwickeln die Agenda 21 von Yverdon-les-Bains zusammen mit equiterre und dem lokalen Projekt "Lebensqualität" einen Quartiergarten inmitten des dichtbesiedelten Quartiers "Pierre-de-Savoie". Die Einwohner des Quartiers haben aktiv an der Entwicklung und Umsetzung dieses Quartiergartens mitgewirkt, der am 18. Juni 2011 eingeweiht wird.
Weitere Informationen
Ansprechperson:
- Hélène Gaillard, gaillard@equiterre.ch, +41(0)22 / 329 99 29
Infomaterial:
- www.quartiergarten.ch
- equiterre info Nr. 02/06, «Die Stadt: Lebensraum mit Lebensqualität?»
- equiterre info Nr. 03/09, «Mehr Natur in der Stadt und weniger Stadt in der Natur»
- Projekt «Sensibilisierung der Genfer für die Natur in der Stadt»
- Projekt «Modellvorhaben: Des quartiers durables pour l'agglomération lausannoise (PM-ARE)»
Presseschau (französisch):
- "Monsieur Jardinier - Le jardin de poche d'Yverdon-les-bains", reportage de Xavier Bloch pour la 1ère, RTS, 21.08.2011
- "Un projet magnifique qui se concrétise", La région nord vaudoise, 22.06.2011
- "Les habitants ont enfin leur Jardin de poche", 24 heures, 20.06.2011
- "Le quartier Pierre-de-Savoie aura bientôt son Jardin de poche", 24 heures, 12.02.2011
- "Les élèves du collège Pierre-de-Savoie ont procédé aux semis", La région nord vaudoise, 12.02.2011
- "Un quartier se mobilise pour créer son coin jardin", 24 heures, 21.01.2011
- "Leonardo remporte le concours de dessin", La région nord vaudoise, 21.01.2011
- "Quand la ville jardine", Terre et Nature, 2010
- "La nature s'installe en ville", Immorama, 2010
- "Nature et paysage : vers une nouvelle solidarité entre "ville" et "campagne", Point commune, 2010
- "Un espace à personnaliser", 24 heures, 2010
- "Le jardin de poche part à la conquête des villes", RSR, 21.03.2010
- "Un Jardin de poche à Saint-Antoine", Vivre à Genève, 2008
- "Des îlots de verdure au milieu du béton", l'Illustré, 2007
- "Les Jardins de poche", Bâtir, 2007
- "Nature et citadins réunis dans les Jardins de poche", econo-ecolo.org, 2007
- "Landschafts-Fonds strebt nach Permanenz", Neue Zürcher Zeitung, 2007
- "Jardins de poche", Environnement magazine, 2006
- "Jardins de poche, une halte offerte", Le Temps, 2006
- "Le Jardin de poche sort de terre", Le Matin, 2006
- "Saint-Jean fête son Jardin de poche", Tribune de Genève, 2006
- "Un Jardin de poche pour redonner vie à la ville", 20 minutes, 2006
- "Jardins de poche, un prototype en Suisse", Le Courrier, 2006
- "Jardin de poche : 1 banc + 1 arbre = une ville plus conviviale", Collage, 2006
- "A la reconquête des espaces urbains abandonnés", Batimag, 2006
- "Les Jardins de poche", Culture et poésie, 2006