2007 wurde unter der Schirmherrschaft von Ständerat François Marthaler, Vorsteher des kant. Departements für Infrastruktur (DINF), und der Abteilung nachhaltige Entwicklung (UDD), deren Leitung Viviane Keller hat, in der Kantonsverwaltung Waadt ein Prozess Agenda 21 lanciert.
equiterre half bei der Ablaufplanung, insbesondere durch das Organisieren eines partizipativen Forums für die Mitglieder der Kantonsverwaltung und anhand von Gesprächen mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Darüber hinaus unterstützte equiterre die thematischen Arbeitsgruppen der Kantonsverwaltung und wirkte an der Abfassung von Dokumenten mit. Wie bei vielen Prozessen dieser Art musste nicht bei Null angefangen werden: Eine Amtsstelle (SIPAL) hatte bereits Fortbildungskurse und Entscheidungsfindungstools entwickelt, um den Nachhaltigkeitsgedanken im eigenen Tätigkeitsbereich besser zu berücksichtigen. Weiter verfügte der Kanton schon über 90 Indikatoren, und andere Verwaltungseinheiten hatten einige Nachhaltigkeitselemente mehr oder weniger in ihre Arbeit integriert. Die Arbeitsdevise lautete daher „Beispielhaftigkeit“. Nach einem Jahr intensiver Zusammenarbeit mit der hocheffizienten Abteilung Nachhaltige Entwicklung und dank des grossen Engagements von DINF-Generalsekretär Philippe Anhorn, Kanzler Vincent Grandjean und mehr als 60 weiteren Personen der Kantonsverwaltung entstanden verschiedene Elemente: Ein Heft über die Bestandteile der Agenda 21 listet die potenziellen Massnahmen auf, die im Zuge einer langfristigen Nachhaltigkeitsinitiative umgesetzt werden müssen. Vier Ziele, einschliesslich Indikatoren und Zielwerten mit unterschiedlichen Fristen, wurden durch den Regierungsrat im Rahmen des Legislaturprogramms verabschiedet. Mit dieser ersten Prozessetappe wurde das Ansinnen gerechtfertigt, die Waadtländer Gesellschaft in Bewegung zu bringen, um anschliessend mit der Umsetzung der einschlägigsten Massnahmen die Ziele des Regierungsrats zu erreichen.
Nachhaltigkeitsziele des Waadtländer Regierungsrats
• Den politischen Behörden dank eines ausgeglichenen Finanzhaushalts genügend Spielraum geben
• Sich aktiv gegen die Klimaerwärmung einsetzen, die Nutzung erneuerbarer Energien und öffentlicher Verkehrsmittel fördern
• Umwelt und natürliche Ressourcen wirksam nutzen und erhalten
• Junge Leute in Gesellschaft und Arbeitswelt integrieren