2009 wollte die Stadt Genf den Aalborg-Verpflichtungen nachkommen, die von mehr als 600 Gemeinden bei der Europäischen Konferenz über zukunftsbeständige Städte und Gemeinden 2004 in Dänemark unterzeichnet wurden. Diese Verpflichtungen geben der gleichnamigen, 10 Jahre zuvor verabschiedeten Charta neue Impulse, um die Bemühungen auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung im städtischen Raum zu fördern und konkrete Ziele zu setzen. Zu diesem Zweck hat die Stadt Genf equiterre und die sanu Biel damit beauftragt, eine grosse Konsultation innerhalb und ausserhalb der Verwaltung durchzuführen.
Dieser neue Einfluss der lokalen Regierungsführung fand seinen konkreten Niederschlag in mehreren Workshops mit intensiven Gesprächen zwischen öffentlichen und halböffentlichen Organisationen, Dachorganisationen des Privatsektors und Vereinigungen. equiterre hatte die Moderation übernommen, sodass die wichtigen Probleme angesprochen und Ziele und konkrete Projekte zu den 10 Hauptpunkten der Aalborg-Verpflichtungen aufgestellt werden konnten: Gute Regierungs- und Verwaltungsführung und Partizipation, effektives und kohärentes öffentliches Management, natürliche Gemeinschaftsgüter, Beschaffung und Energieverbrauch, Raumplanung, Mobilität, Gesundheit, nachhaltige Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit und schliesslich der globale Bezug (Klima und internationale Solidarität). In einer Plenaraussprache im September 2009 wurden dem Regierungsrat der Stadt Genf rund zwanzig vorrangige Ziele und mehrere Handlungsansätze vorgelegt.
Für equiterre war es äusserst positiv, eine solch nutzbringende Erfahrung zu machen und daraus interessante Lehren ziehen zu können. So konnte man beispielsweise feststellen, dass ein Dialog zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor über die Herausforderungen der Nachhaltigkeit nicht notwendigerweise steril ablaufen musste, sondern vielmehr konstruktiv sein konnte, indem Bereiche erschlossen wurden, in denen man über die zu ergreifenden Lösungen einig ist. Es bleibt zu hoffen, dass dies die nationalen und internationalen Entscheidungsträger auf höherer Ebene zum Nachdenken über den notwendigen Aufbau von Beziehungen zwischen der wirtschaftlichen Macht und den Vertretern humaner und Umweltinteressen anregt.
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Ansprechperson:
- Natacha Litzistorf, +41(0)22 329 99 29, litzistorf(at)equiterre.ch