Suche:
PAPP: eine sinnvolle Alternative für die Zukunft der Weidewirtschaft im Niger

Seit einigen Jahren setzt equiterre ihre langjährige Erfahrung im Bereich Partizipation und Nachhaltigkeit auch in Afrika ein. Dank der Partnerschaft mit der NGO AGIR, die das Projekt vor Ort betreut, werden land- und hirtenwirtschaftliche Gemeinschaften in der Region Dakoro (Niger) aktiv in die Umsetzung von alternativen Ansätzen der Weidewirtschaft miteinbezogen. So kann diese auf nachhaltige Weise erneuert werden.

2006 hat die nigerianische NGO AGIR, die vor allem in der Region Dakoro im südlichen Zentrum des Landes aktiv ist, equiterre für eine Partnerschaft angefragt. Die Partnerschaft sieht vor die Arbeits- und Lebensbedingungen der weidewirtschaftlichen Gemeinschaften zu verbessern. Deren Aktivitäten sind durch mehrere Faktoren bedroht: schlechtere ökologische Bedingungen für die Landwirtschaft, Schwierigkeiten in der Anerkennung von Bodenrechten und allgemeine hohe Analphabeten- sowie schwache Schulabschlussraten. Die auf lokaler Ebene nach Gruppen der Zuchtförderung organisierten Gemeinschaften wollen neue Wege finden, um ihre Aktivitäten zu erneuern. Das Projekt zur Unterstützung von Weidewirtschaftsaktivitäten (Projet d’appui aux activités productives pastorales PAPP) wurde im Juli 2007 ins Leben gerufen. Dank erfolgsversprechenden ersten Resultaten sind equiterre und ihre Partner nun schon in der zweiten Projektphase. Die nötigen finanziellen Mittel werden vom Genfer Verband für Zusammenarbeit (Fédération genevoise de coopération FGC) bereitgestellt, dem equiterre seit Jahren angehört.


Die Aktivitäten:

5 Achsen wurden in der ersten Projektphase definiert und auch in der zweiten Phase beibehalten:

1. Die Verwaltung der Grundstücke in der Weide- und Landwirtschaft verbessern

Da es den Zielgruppen oft an rechtlichen Grundkenntnissen mangelt, können sie schlecht ihre Rechte schützen. PAPP führt mit ihnen Aktivitäten zur Bildung und Information durch und hilft ihnen, die gesetzlichen Grundstückrechte in ihren Lebens- und Landwirtschaftsräumen zu erhalten. Deren Beständigkeit wird ausserdem mit gezielten Investitionen in Infrastruktur wie Brunnen, etc., gestärkt.

2. Die langfristige Nutzung des Ökosystems des Tals Tarka sicherstellen

Mit einem reichen und vielfältigen Ökosystem ist das Tal Tarka ein bevorzugtes Gebiet für die Weidewirtschaft. Gleichzeitig werden heute vor allem die pflanzlichen Ressourcen übermässig beansprucht. Das Projekt hilft den lokalen Gruppen, die heute sehr abgenutzten Räume wieder aufzubauen und Mechanismen zur nachhaltigen Nutzung der pflanzlichen Ressourcen zu entwickeln.

3. Die Produktionstechniken in der Weidewirtschaft anpassen

Die Klimaveränderungen und ihre Auswirkungen auf die Wasserressourcen, die Biomasse und die Fruchtbarkeit der Böden zwingen die Hirten und Bauern, ihre Produktionstechniken anzupassen. PAPP unterstützt sie bei der Einführung von passendem Saatgut für die neuen Bedingungen, von neuen Produktions-, Weiterverarbeitungs- und Verkaufstechniken (z.B. von Milch).

4. Bildungsförderung in der Land- und Weidewirtschaft

Die schwachen Schul- und Alphabetisierungsraten sind die wichtigsten Schwachpunke der nigerianischen Weidewirtschaft. Durch den Bau von Schulen, die Bereitstellung von angemessenen Einrichtungen und die Entwicklung von pädagogischen Ansätzen, die den Realitäten der Weidewirtschaft gerecht werden, möchte das Projekt die nötigen Bedingungen schaffen, damit sich die künftigen Generationen von Hirten und Züchtern den sozialen und wirtschaftlichen Realitäten anpassen können. Auch in diesen abgelegenen Regionen des Niger müssen sich die Hirten mit den Auswirkungen der Globalisierung auseinander setzen. Die den Erwachsenen angebotene Alphabetisierung funktioniert nach ähnlichen pädagogischen Ansätzen

5. Lokale Institutionen und Akteure stärken

Die langfristige Sicherstellung der von PAPP eingeführten Aktivitäten hängt auch davon ab, wie sie von den Zielgruppen nach Abschluss der auswärtigen Unterstützung weitergeführt werden. Das Sekretariat des lokalen Vereins, der die Zielgruppen vereint, wird darum gezielt unterstützt mit Infrastrukturinvestitionen und Ausbildungen über Landverwaltung und Fundraising.


Strategie

Begünstigte der PAPP-Aktivitäten sind Weidewirtschaftsgruppierungen, die im Voraus vom nigerianischen Partner ihrem Engagement und ihren Kapazitäten (bezüglich finanzielle und zeitliche Mittel für die Aktivitäten) entsprechend ausgesucht wurden.





Weitere Informationen

  • Kontaktperson: Thierno Diallo, 022 329 99 29, diallo(at)equiterre.ch