Suche:
Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA): Vorbeugen ist besser als Heilen

Die gesundheitlichen Folgen eines neuen Projekts oder einer neuen öffentlichen Politik besser vorhersehen und die negativen Auswirkungen so gering wie möglich halten – das ist das Ziel der Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA). Dieses neuartige Instrument wurde von equiterre entwickelt und getestet.


Die natürliche und die bebaute Umwelt wirken sich auf die Gesundheit aus

Es ist inzwischen allgemein anerkannt, dass die Qualität der natürlichen und bebauten Umwelt den Gesundheitszustand der Bevölkerung beeinflusst. Das erscheint logisch, wenn man an den Bau einer Omnisporthalle oder einer öffentlichen Erholungsanlage denkt.

Es ist daher äusserst wünschenswert, wenn die städteplanerischen Aktivitäten bereits bei der Planung die Anliegen der Gesundheitsvorsorge und –förderung berücksichtigen. Zu diesem Zweck gibt es Instrumente wie die Gesundheitsfolgenabschätzung (GFA), die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefördert wird.

Die Gesundheitsfolgenabschätzung ist ein neuartiges Instrument

Die in den angelsächsischen Ländern entwickelte GFA soll die möglichen negativen oder positiven gesundheitlichen Folgen von Politiken, Programmen oder Projekten bewerten.

Wie wirkt sich eine neue Verkehrsplanung auf die Gesundheit der Betroffenen aus? Und wie ist es mit einem neuen Gewerbegebiet, einer Steuerpolitik oder der Einrichtung eines Gleichstellungsbüros? Auf solche Fragen kann dieses Instrument Auskunft geben. Durch eine Fülle von Empfehlungen zur Inwertsetzung der positiven und zur Abmilderung der negativen Auswirkungen ermöglicht es auch eine bessere Qualität der politischen Entscheidungsfindung.

equiterre an der Spitze der Entwicklung

In der Schweiz arbeiten die Kantone Tessin, Jura und Genf als Partner von equiterre an der Entwicklung der GFA.

  • Kanton Jura

Im Kanton Jura arbeitet equiterre im Rahmen der Juragenda 21 in Zusammenarbeit mit den Ämtern für Gesundheit und Raumplanung an der Einführung dieses Instruments mit dem Ziel, es in die Entscheidungsprozesse einzubinden.
Die Tätigkeiten auf dem Gebiet der GFA haben insbesondere in der Festlegung eines Entscheidungsfindungs- und operationellen Prozesses für die Einbindung der GFA in die Organisations- und Entscheidungsstruktur des Kantons und in der Erstellung von Fallstudien zu Projekten im Jura ihren Niederschlag gefunden.
  • Kanton Genf

In Genf wurde equiterre vom Wirtschafts- und Gesundheitsdepartement mit der Entwicklung dieses viel versprechenden Instruments beauftragt.
Die Arbeit bestand unter anderem in der Durchführung von GFA unterschiedlichen Umfangs, um das Instrument zu prüfen und seine Anwendungsweisen zu veranschaulichen. Unter anderem hat der Grosse Rat der Stadt Genf im April 2008 das neue Gesundheitsgesetz (K 1 03) verabschiedet. Artikel 4 Absatz 2 dieses im Juli 2002 in Kraft getretenen Gesetzes erlaubt es dem Staatsrat, die Durchführung einer GFA für einen Gesetzesentwurf zu verlangen, der möglicherweise negative Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung haben könnte.  Dies ist ein wichtiger Schritt für die rechtliche Legitimation der GFA.
  • Tessin

Angesichts dieser neuen Dynamik der GFA hat der Kanton Tessin gemeinsam mit equiterre und mit der finanziellen Unterstützung der Gesundheitsförderung Schweiz eine GFA-Plattform für die Schweiz aufgebaut. Diese Plattform versammelt die bei der GFA aktiven Kantone und möchte ebenfalls interessierte Kantone integrieren. Ihre Hauptziele sind die Verbreitung, Kapitalisierung und Inwertsetzung ihrer Erfahrungen und Kenntnisse der Kantone und anderer Partner aus der Schweiz und im Ausland, um die Anwendung der GFA in den verschiedenen Behörden zu fördern und damit dieses Instrument der Prävention und Kohärenz salonfähig zu machen. 2009 hat sich diese Plattform ein mehrjähriges Programm mit 3 Jahren Laufzeit gegeben, das vor allem die Verbreitung der GFA in der Schweiz zum Ziel hat.




Weitere Informationen:

Ansprechpersonen:

  • Thierno Diallo, Projektleiter, diallo(at)equiterre.ch, 022 329 99 29
  • Natacha Litzistorf, Direktorin, litzistorf(at)equiterre.ch, 022 329 99 29

Infomaterial:

  • Ausführliche Informationen über die GFA in den Kantonen Genf, Jura und Tessin finden Sie auf der Webseite www.impactsante.ch.(GFA-Plattform für die Romandie, Aktualität, GFA in Kürze, Theorie, GFA in der Schweiz, GFA-Plattform, Quellen, Bibliografie, Tätigkeiten usw.)
  • equiterre info Nr. 03/06: «Die Gesundheit in Abhängigkeit von der nachhaltigen Entwicklung»
  • Rubrik « Ressourcen > GFA » auf unserer Webseite